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Es sind wieder ein paar Seiten mehr geworden. Maria findet das Ergebnis bisher gut, das freut mich.

Total!” 🙂

Aber der Plot rast gerade dahin. Es werden keine 70 weiteren Seiten mehr um die Geschichte zu Ende zu erzählen. Vielleicht 20, 30 Seiten noch. Eigentlich sehr dämlich, den Fortschritt einer Geschichte in Seiten zu beschrieben. Aber über Plot und Charaktere will ich noch nicht viel schreiben. Und Seiten, Zeilen, Wörter zählen baut mich nun mal auf. Es ist einfach das sichtbare Ergebnis einer seltsamen Arbeit, die vor allem im Kopf passiert. Und manchmal ist es eben, auch wenn das ein banales Klischee ist, ein Kampf mit den eigenen Dämonen.

Heute bin ich jedenfalls froh. Auch weil ich immer mehr sehe, dass meine mir selbst gesetzte Vorgabe, eine Seite am Tag, genau richtig gewählt ist. An den schlechtesten Tagen schaffe  ich sie gerade so. Und an guten Tage, so wie heute, schaffe ich auch drei oder vier Seiten.

Und jetzt: Kopfhörer auf, in die Abendsonne und 10 Kilometer laufen 🙂

150. But…

Es liegt noch ein dicker Batzen konzeptioneller Arbeit vor mir. Ich hab zwar eine vage Idee über weiteren Verlauf und Ende, aber leider reicht das nicht (mehr). Neun bis zehn Kapitel noch, rund 100 Seiten. Das Schreiben selbst fühlt sich momentan wie Luxus an. Die dramaturgischen Entscheidungen sind dagegen echt hart. #firstworldproblems

Das Porno-Uschi-Problem

„Uschi’s VHS-Zentrale“ war die mit Abstand härteste Tür der Stadt. Bereits drei Tage, nachdem Klaus Beiderbeck seine Enduro und sich selbst gegen eine Leitplanke im Kalletal gesetzt hatte, machte seine Frau Ursula den Laden wieder auf. Am Schild über der Tür wurde der Name des Verstorbenen provisorisch überklebt, was von meinem Vater, der an der Realschule Deutsch und Sport unterrichtete, zunächst als Schritt in die richtige Richtung gewertet wurde. Er hatte zu dem alten Schild – „Klaus’s VHS-Zentrale“ – sogar mal einen Leserbrief an beide lokalen Zeitungen geschrieben. Leider wurden beide Briefe ungekürzt veröffentlicht und ich wurde in der Woche darauf dreimal auf dem Pausenhof verprügelt. Aus dem von meinem Vater scharf kritisierten Doppeldeppenapostroph hatte Uschi nun einen einfachen Deppenapostroph gemacht und fügte sich damit makellos ins Stadtbild zwischen „Lennie’s Lottoladen“ und „Bei Chez Heinz’s“ ein.

Leider war die Sache mit dem Namen nicht die einzige Änderung. Zu Klaus’ Zeiten lagen die Pornos direkt bei ihm unter dem Tresen. Das notwendige Beratungsgespräch war meistens detailliert und kenntnisreich und auch 14-Jährige wie ich wurden als Kunden zuvorkommend bedient. Wenn man mit der „Zwingenden Empfehlung des Hauses“, die Klaus stets sorgfältig in einer Alditüte verpackt hatte, das Geschäft verlassen wollte, rief er uns stets den gleichen Satz zu:

„Du weißt ja: Ein Wort zu deinen Eltern, und ich schneide dir den Pimmel ab. Mit meinem Holzlineal!“

Uschi machte den Laden an einem Mittwoch wieder auf. Am Samstag und am Sonntag blieb die „Zentrale“ noch mal ganztägig geschlossen, wegen der Beerdigung. Und am Montag gab es keine Pornos mehr hinter der Theke.

Alexander hatte sich am Montagabend ein Herz gefasst, hatte Uschi herzliches Beileid auch im Namen seiner Eltern gewünscht und dann gefragt, ob „Blame it on Ginger“ mit Ginger Lynn zufällig gerade verfügbar war. Uschi hatte „Ja“ gesagt und auf den neuen roten Vorhang hinten an der Wand gezeigt.

„Und in 3 Jahren und 8 Monaten, wenn du 18 bist, darfst du da rein und ihn dir ausleihen.“ Dann hatte sie sich eine Zigarette angesteckt und ein kurzes Telefongespräch mit Alexanders Mutter geführt.

Die Sache sprach sich rum. Nur nicht bis zu Ulf. Auch seine Eltern hatten eine Woche später abends eine Nachricht von Uschi auf ihrem nagelneuen Anrufbeantworter, und Ulfs Schwester Anke brachte die Kassette direkt am nächsten Tag zusammen mit ihrem neuen Walkman mit zur Schule. Ulfs Eltern hatten ein paar Monate zuvor viel Geld gewonnen und fleißig in technische Gerätschaften für sich und ihre Kinder investiert.

„Ja, Beiderbeck am Apparat“, sagte Uschi auf dem Band. „Folgendes: Euer Ulf war gerade hier um sich Dirty Letters auszuleihen.“ Sie machte eine kurze Pause und es klang, als würde sie einen tiefen Zug aus ihrer Lord Extra nehmen. „Ich hab gerade mal in die Kartei geschaut. Klaus war da ja immer ein bisschen hinterher mit dem Ein- und Austragen. Aber wenn das stimmt, was ich hier sehe, habt ihr Dirty Letters noch bei Euch zu Hause. Jürgen, schau doch mal bitte nach und sag Bescheid. Du hast den ja schon ein Weilchen und ich würd ihn dir wohl auch verkaufen, wenn du ihn so magst. Ihr habt das Geld jetzt ja, sagt Lennie. Tschüss.“

Uschi Beiderbeck hatte vor dem Unfall in der Buchführung bei „Mohrmann’s Blitzreinigung“ in der Kreisstadt gearbeitet und sich bis dahin nie besonders um das gekümmert, was in der „Zentrale“ vor sich ging. Denn nach der Arbeit passte sie auf ihre Tochter auf. Jetzt aber wurde sie zum ernstzunehmenden Problem. Es war ein neuer Sheriff in der Stadt, der leider auch die einzige Quelle für neuen Stoff war.

Wir trafen uns bei Daniel im Keller, um die Sache zu beraten. Zu meiner Überraschung war auch Daniels Vater da.

„Ist schon okay“, sagte er. „Die Sache geht uns alle an.“

Es war sogar ganz hilfreich, dass er mit im Boot war, denn er konnte uns ein bisschen mehr zu Uschis Vergangenheit erzählen. Klaus und Uschi Beiderbeck hatten sich in einer Kneipe kennengerlernt, wo Uschi abends ausgeholfen hatte. Klaus kam fast jeden Abend und spielte Dart. Er war der beste Spieler weit und breit und als Uschi sich sein Spiel ein paar Wochen lang angeguckt hatte, ging sie zu ihm hin, spendierte ihm eine Bacardi Cola und sagte:

„Du musst nach England gehen und Profi werden. Ich kann dir dabei helfen und wir machen Halbe-Halbe.“

Uschi hatte einen englischen Pass, weil ihr Vater ein Tommy-Soldat aus der Hunnebrocker Kaserne war. Die beiden gingen für zehn Jahre nach England und kamen verheiratet, mit einer kleinen Tochter, ein bisschen Geld und einer neuen Geschäftsidee zurück: Eine eigene Videothek. Weil das Geld am Anfang etwas knapp war, fing Uschi halbtags bei „Mohrmann’s“ an und war zu Hause, wenn ihre Tochter aus der Schule kam. Ihre Tochter heiß ebenfalls Ursula und natürlich nannten sie alle Uschi, genau wie ihre Mutter. Um sie zu unterscheiden, heiß die Tochter intern meistens „Uschi K.“, denn ihr zweiter Name war Kleopatra. Angeblich war „Kleopatra’s“ der Name der Spielhalle, in der Klaus sein wichtigstes Turnier in England gewonnen hatte und in dieser Nacht war Uschi K. auch gezeugt worden. Ich fragte mich zwar, woher Daniels Vater das wusste, aber er sagte nur, er habe seine Quellen.

Wir berieten drei Stunden lang. Die Grundidee war klar: Wir mussten Uschi dazu bringen, zum alten Geschäftsmodell zurückzukehren, das auf Diskretion und sachkundiger Beratung fußte. Ein paar Minuten lang wurde unter den Anwesenden heftig darüber diskutiert, ob dies von einer Frau überhaupt zu leisten war und ob wir uns als Kunden in einer so kniffeligen Angelegenheit überhaupt einer weiblichen Fachkraft anvertrauen wollten. Aber Daniels Vater wischte dieses Argument sehr schnell vom Tisch:

„Wir leben in den 1980er-Jahren, meine Herren! Gerade ihr als die junge Generation müsst alte Vorurteile überwinden und euch auch neuen Ideen öffnen. Ich bin zutiefst davon überzeugt , dass es hervorragende Frauen in diesem Land gibt, die uns Pornos leihen können.“

„Kann schon sein“, sagte Ulf. „Aber es geht ja nicht um irgendwelche Frauen. Das Problem heißt Uschi, und die ist schneller mit der Hand am Hörer, als man überhaupt „Schweigepflicht“ sagen kann.“

„Ich glaube, Videothekare haben keine Schweigepflicht“, sagte Alexander. „Und für Videothekarinnen gilt wohl das gleiche.“

„Es gibt nur eine Möglichkeit“, sagte Daniels Vater. „Wir müssen sie mit Argumenten überzeugen.“

„Schließt ‚Überzeugen’ auch Erpressen mit ein?“ fragte Sebastian. Für ihn war die ganze Angelegenheit eigentlich unwichtig, denn er lieh sich nie was aus. Manche sagten, dass er schwul war, doch keiner traute sich zu fragen, denn er war der beste Innenverteidiger beim TuS Hunnebrock und überhaupt nicht zimperlich.

„Erpressung, was?“, sagte Daniels Vater. „Jetzt reden wir wie Männer. Was genau weißt du?“

„Klaus Beiderbeck war nicht nur uns allen ein zuverlässiger Lieferant, sondern auch seiner eigenen Tochter. Uschi K. ist ja erst 17, und sie hat eben auch ‚spezielle Bedürfnisse’, von denen Mami vielleicht nicht unbedingt was wissen muss.“

„Ach echt? Ist ja witzig!“ rief Daniel. „Und warum weißt du dann davon.“

„Weil ich mich oft mit Klaus darüber unterhalten habe. Er brauchte da ein bisschen… Hintergrund, weil er sich Sorgen um seine Tochter machte, auch wenn er das ja eigentlich voll okay fand.“

„Ich steh gerade auf dem Schlauch“, sagte Daniels Vater. „Ist sie, bist du, also ihr beide…?“

„Homosexuell“, sagte Sebastian. „Und Uschi K. auch, ja. Klaus hat erst nicht verstanden, wofür sie eigentlich spezielle Filme will, weil, mal unter uns Leute, Lesben gibt’s in Pornos ja wie… wie… Muscheln im Ozean.“

„Ja eben!“ rief Ulf. „Was ist deren Problem, verdammt? Warum muss ausgerechnet Uschi K. denn schwul sein, die alte Scheiße?! Fuck.“

„Wahrscheinlich sind das keine echten Lesben in den Filmen und echte Lesben merken das irgendwie“, sagte Alexander. „Vielleicht gucken die anders oder so.“

„Okay“, sagte Daniel. „Wir haben vielleicht was gegen Uschi K. in der Hand. Aber wie hilft uns das bei ihrer Mutter weiter?“

„Gar nicht“, sagte Sebastian. „Und das ist auch total Schnuppe. Weil Uschi K. einen Haustürschlüssel und damit Zugang zum Laden hat! Sie kann uns die Filme einfach besorgen.“

Wir diskutierten noch eine Weile über diese Idee und noch ein paar andere. Zum Beispiel schlug irgendwann Alexander vor, dass Daniels Vater als Erwachsener ja auch eine eigene Videothek aufmachen konnte. Denn Architekt sei schließlich auch nicht so der Traumberuf, wenn man nur Reihenhäuser und Lagerhallen für Küchenmöbelfarbiken entwarf. Potentielle Kunden für eine gut geführte Videothek gäbe es schließlich genug. Aber Daniels Vater war nicht überzeugt. Also kamen wir schließlich auf die Sache mit der Erpressung zurück. Doch wer sollte mit Uschi K. Kontakt aufnehmen? Es war ziemlich schnell klar, dass es Blödsinn war, die Sache anonym zu regeln. Es würden ständig Übergaben von Kassetten organisiert werden müssen und es war ja auch völlig okay, wenn Uschi K. wusste, mit wem sie es zu tun hatte. Wir wollten sie ja schließlich nicht ermorden, sondern nur einfach nur in Ruhe unsere Pornos gucken.

Also zogen wir Streichhölzer. Die erste Wahl fiel auf Daniels Vater, aber er brachte das Argument, dass er als Erwachsener voll strafmündig war und auch beruflich ziemliche Probleme kriegen könnte, falls die Sache aufflog. Schließlich brauchten nächstes Jahr der kirchliche Kindergarten und das Gemeindehaus einen Anbau und diesen Job wollte er unbedingt haben. Also zogen wir nochmal. Und natürlich fiel die Wahl auf mich. Mir fehlte leider die Phantasie, um eine ähnlich gute Ausrede wie Daniels Vater zu finden, und ich willigte ein. Die Sache zog sich ein bisschen hin, weil ich in der folgenden Woche viel zu tun und außerdem auch ganz schön Bammel vor dem Gespräch mit Uschi K. hatte. Aber nachdem mich heute auf dem Nachhauseweg sowohl Ulf, als auch Daniel, als auch sein Vater so vorwurfsvoll angeschaut hatten, fasste ich mir ein Herz. Ich schaute nach, ob Uschi Senior auch wirklich gerade in der Videothek bediente und klingelte dann an der Haustür in ihrer Wohnung. Statt des Türsummers hörte ich kurz darauf Schritte auf der Treppe und Uschi K. öffente die Haustür.

„Ja, was willst du?“ sagte sie.

„Ich wollte mit dir sprechen“, sagte ich.

„Beeil dich, ich bin gerade auf dem Sprung.“

„Es ist eine Privatangelegenheit. Ich würde das ungern hier an der Tür erörtern.“, sagte ich.

„Dann erörter das mal schön alleine“, sagte sie. „Ich muss weg und voher noch zu Mama in den Laden. Tschüss.“

Ach, scheiß drauf, dachte ich. Wer wusste schon, wann ich das nächste Mal die Gelegenheit bekam, mit ihr zu sprechen.

“Es geht um die Filme“, sagte ich.

„Die Filme?“

„Ja, wir wollen unsere Pornos wiederhaben. Und wir wissen, dass du eine Lesbe bist.“

Das war jetzt insgesamt etwas weniger elegant formuliert gewesen, als ich mir das vorher ausgedacht hatte, aber gut.

„Bitte?!“

„Die Sache läuft so“, sagte ich. „Du besorgst uns unsere Filme, klar? Keine Fragen. Keine Anrufe bei unseren Eltern“. Ich dachte an Daniels Vater. „Oder unseren Frauen. Oder der Kirchengemeinde wegen des Anbaus. Ist das klar? Und wir sagen deiner Mutter nicht, dass du auf echte Lesbenfime stehst. Wo die Frauen nicht so komisch gucken.“

Uschi K. war sprachlos. Offensichtlich musste sie nachdenken.

„Deal?“ fragte ich nach einer Weile. „Komm schon! Ulf, Alex, Daniel und sein Vater nerven mich total, weil ich bisher noch nicht mit dir geredet habe. Ist ja auch ein bisschen peinlich, über sowas zu sprechen, oder? Ich meine, du kennst das ja bestimmt, so als Undercover-Lesbe hat man’s ja bestimmt auch nicht immer leicht.“

Uschi K. wandte sich von mir ab. Dann rief sie in den Flur, der nach hinten in die Videothek führte:

„Mama, kommst du mal? Hier ist so ein Hosenscheißer. Und der hat ein Problem damit, dass ich auf Frauen stehe. Vielleicht sollten wir mal bei seinen Eltern anrufen!“

Sie packte mich blitzschnell am Arm. Ihr Griff war fest und ihre Fingernägel bohrten sich in meinem Unterarm. Dann sah ich ihren irritierten Blick. Ich hab gerade nochmal überlegt, aber auch glaube, das war bis jetzt wirklich das einzige Mal, dass ich dankbar für meine Unterarmprothese war. Die Dinger können ja schon sehr nervig sein. Gerade im Sommer, wenn es warm ist, und es juckt, und man eigentlich gern ins Schwimmbad gehen würde, um den Damen beim Sonnenbaden zuzugucken. Jedenfalls starrte Uschi K. noch immer entsetzt auf die Prothese in ihrer Hand, als ich schon die Straße herunter lief.

Jetzt ist es schon halb zehn Uhr abends und es wird langsam kalt in meinem Versteck im Wald. Ich würde wirklich gern nach Hause gehen. Aber traue mich nicht. Denn ich werde von Porno-Uschis verfolgt.

120+

Die Geschichte ist inzwischen über 120 Seiten lang. Der Karfreitagabend war produktiv, ich hatte das Ende des Kapitels zum Greifen nahe und musste ein paar Entscheidungen treffen, um es fertig zu schreiben.

Meine Arbeitsbeschleuniger heißen: 1. Cola und Orangensaft (1:1 gemischt) + 2. Spät abends schreiben. Die Qualität der Texte wird nicht gerade besser dadurch, aber ich tu mich leichter mit Entscheidungen und dem “Runterschreiben” von Handlung und Dialogen. Die Texte sind dann meist noch deutlich verbesserungswürdig. Aber Editieren ist kein Problem, war es nie. Das ging mir auch schon mit wissenschaftlichen Texten so. Wenn es einen ersten Wurf gibt, ist der Feinschliff, selbst wenn er lange dauert, fast schon angenehm. Cola-O hat mich übrigens schon durchs Studium und die Doktorarbeit gebracht. Ich kann das nicht besonders häufig machen, die Zähne schmerzen irgendwann vom Zucker und der Säure und 5 Stunden Schlaf sind zu wenig für mich. Meine Hände werden taub, wenn ich länger als eine Stunde am Stück schreibe und abends wird es deutlich schlimmer. Wie auch immer: Es hat geholfen, Kapitel 12 ist fertig.

Am Ostersonntag hab ich das letzte Kapitel noch mal gelesen und ich fand es nicht gut. Absolut banal, mit trivialen Dialogen. Habe dann eine Autofahrt lang mit meiner Frau darüber gesprochen und später über eine halbe Stunde lang mit meinem Vater, der gerade die ersten 12 Kapitel fertig gelesen hat. Eine halbe Stunde Telefonieren ist wahrscheinlich der absolute Rekord für uns beide 🙂 Aber beide Gespräche, die mit Maria und das mit meinem Vater, waren war sehr gut, sehr  aufbauend. Außerdem habe ich auch viel wertvolle Kritik bekommen. Und jetzt gerade auch das Feedback meiner Mutter bekommen. Auch positiv.

Sitze gerade an Kapitel 13, Seite 6. Heute müssen es zwei Seiten werden. Vielleicht spät am Abend wieder Cola-O. Mal gucken.

Work in progress

Es gibt viel zu tun.

Seit Februar arbeite ich an einer längeren Geschichte für Erwachsene, die ich schon sehr lange schreiben wollte. Ich bin keiner guter Schreiber. Ich habe keine Disziplin und jeden Tag überkommt mich das Gefühl, nichts und nie mehr schreiben zu können. Trotzdem wird diese Geschichte fertig. Ich habe gelernt, dass Angst, dass Zweifel und Lähmung zu mir gehören. Dass sie keine Unzulänglichkeiten oder Schwächen sind, sondern eine wichtige Quelle meiner Kreativität.

Ich habe nur eine Regel: An jedem Werktag schreibe ich eine Seite. Das ist sehr wenig. Wenn ich eine gute Idee habe oder einfach alle Umstände passen, schreibe ich eine Seite in zehn Minuten herunter. Aber solche Tage sind sehr selten. Und häufig wird die eine Seite erst spät abends fertig. Darum habe ich aufgehört, die herausragenden Tage als Benchmark für mein Schreiben zu sehen.  Sie sind einfach ein großes Geschenk. Meine Benchmark sind die normalen Tage, an denen es schwierig ist. An denen ich stundenlang durch die Wohnung laufe, Radio höre, Einkaufen gehe, Sport mache. Gestern war so einer. Heute wird wieder einer werden. Aber ich werde meine Seite schaffen und es wird ein guter Tag sein 🙂